Zwei Job-Angebote: und jetzt?

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Glückwunsch! Sie haben das Vorstellungsgespräch mit Bravour gemeistert und erhalten einen Anruf: Sie können die begehrte Stelle haben. Dem Karrierestart steht jetzt nichts mehr im Weg.

Knifflig wird die Sache allerdings, wenn Ihnen das Leben gleich mehrere Trümpfe in die Hand spielt. Wie entscheiden Sie sich zwischen zwei ähnlich guten Jobangeboten, ohne dass die Wahl zur Qual wird?

Zunächst einmal: Genießen Sie diese komfortable Ausgangslage, denn Sie haben sie sich durch Ihre Leistung erarbeitet. Als nächstes sollten Sie besonnen vorgehen, um das Beste aus den sich bietenden Chancen herauszuholen.

Praxistipp

Prüfen Sie die Angebote sehr genau. Wägen Sie die Plus- und Minuspunkte gegeneinander ab. Legen Sie dabei das Hauptaugenmerk nicht nur auf Unterschiede bei der Vergütung, sondern auch auf den Eindruck, den Sie von den künftigen Kollegen und Ihrem späteren Chef gewonnen haben. Ebenfalls nicht zu unterschätzen: Welche Möglichkeiten bieten Ihnen die Arbeitgeber zur persönlichen Weiterentwicklung? Belassen Sie es nicht dabei, Pro und Contra aufzulisten. Sondern tauschen Sie sich dazu mit Menschen aus, deren Rat Sie schätzen und die Ihre Argumente kritisch hinterfragen.

Auch bei Absagen die Zukunft im Blick behalten

Wenn Sie sich für das aus Ihrer Sicht beste Angebot entschieden haben, müssen Sie den anderen Arbeitgebern absagen. Und auch an an diesem Scheidepunkt können Sienoch Einiges für sich herausholen.

Einfach nur kurz und bündig ablehnen sollten Sie lediglich, wenn Sie sich unter gar keinen Umständen eine Tätigkeit bei diesem Arbeitgeber vorstellen können. Bei allen anderen sollten Sie einen Schritt weiter gehen und an die Zukunft denken. Immerhin ist es schon vorgekommen, dass das vermeintlich beste Jobangebot doch nicht die daran geknüpften Erwartungen erfüllt hat. In so einem Fall ist man froh, sich eine weitere Tür offengehalten zu haben.

Praxistipp

Signalisieren Sie den Unternehmen, bei denen Sie sich vorstellen können zu arbeiten, dass Sie trotz Ihrer Absage gerne den Kontakt halten möchten und fragen Sie, obn auf der anderen Seite auch Interesse besteht. Dadurch haben Sie im Worst-Case-Szenario schnell eine Alternative zur Hand. Ein weiterer Vorteil: Sie legen dann dort quasi einen Turbo-Start hin, weil Sie im Bewerbungsprozess nicht bei Null anfangen müssen.

Die meisten Jobsuchenden lassen sich von einem Re-Start abhalten, weil sie denken, eine erneute Bewerbung in dem Unternehmen mache keinen Sinn – etwa weil die Stelle bereits besetzt ist. Dieser Gedanke blendet jedoch fahrlässig aus, dass sich die Welt auch bei der Anderen Arbeitgeber seit der ersten Bewerbung weitergedreht hat. In der Zwischenzeit kann sich auch dort eine ganze Menge getan haben. Es spielt für Sie also erst einmal überhaupt keine Rolle, ob die Stelle zwischenzeitlich besetzt wurde oder nicht. Außerdem ist eine vorherige Absage für einen professionellen Personaler kein Grund, „beleidigt“ zu sein. Solche Situationen gehören aus Unternehmenssicht ganz einfach zum Spiel dazu.

Kontakt halten

Geht der Ansprechpartner auf Ihr Angebot in Kontakt zu bleiben ein, ist das ein gutes Signal: Das Unternehmen zeigt eindeutig noch immer Interesse an einer Zusammenarbeit mit Ihnen. Und wie bleiben Sie am besten in Kontakt?

Praxistipp

Viele Entscheider nutzen schon heute soziale Netzwerke wie Xing, LinkedIn & Co. – ein Trend, der sich in Zukunft sicher noch verstärken wird. Hier sollten Sie ansetzen, denn für die Kontaktpflege über diese Medien sprechen vor allem zwei Argumente: Erstens haben Sie hier Gelegenheit, durch die Veröffentlichung von News-Einträgen immer wieder auf sich aufmerksam zu machen. Zweitens bleiben Sie auf dem Laufenden und können beobachten, was sich bei ihrem Gesprächspartner tut.

Man trifft sich häufig mindestens 2x im Leben

Bei der der Karriere ist es wie auch sonst im Leben: man sieht sich häufig zweimal. Verschenken Sie Ihre Chancen nicht leichtfertig und zeigen Sie, dass Sie es verstehen, einmal geknüpfte Kontakte zu nutzen. Als Anwalt werden Sie davon noch sehr oft Gebrauch machen müssen, wenn Sie wirklich erfolgreich sein wollen.

Ihr
Torsten Schneider
Director Human Resources